Letzte Ehre an Jean Baby

Ansprache des AZI-Präsidenten Pierre Dôkan Crépon
La Gendronnière, 5. August 2012

Im Namen aller Mitglieder der Association Zen Internationale möchte ich hier Jean Shôgen Baby, der uns am 1. Januar 2012 im Alter von 91 Jahren verlassen hat, Ehre erweisen.
Jean gründete 1971, kurze Zeit nach seiner ersten Begegnung mit Meister Taisen Deshimaru, in Strassburg einen der ersten Praxisorte unserer Vereinigung. Diese Begegnung mit dem Meister war für den spirituellen Suchenden Jean entscheidend.
1974 erhielt er die Mönchsordination, sein Dharmaname war Mokudo Shôgen, Saal des Weges, Wahrer Ursprung. Rasch wurde er ein Stützpfeiler der Vereinigung und machte aus dem Strassburger Dojo einen lebendigen, kreativen Ort des Weges wo zahlreiche junge Menschen zusammenkamen, Menschen, die an der Einpflanzung des Zen in Europa teilhatten.
Nach Meister Deshimarus Tod zog Jean mit seiner Gefährtin Nancy Amphoux nach England, und gemeinsam eröffneten sie dort das Zendojo von Bristol, aus dem die englische AZI-Sangha hervorgeht. In den 90er Jahren leitete er ausserdem mehrere Sommersessionen in der Gendronnière und war in jener Zeit ein wichtiges Mitglied unseres Verwaltungsrates. Auch danach hielt er seine Freundschaft für die Mitglieder unserer Vereinigung, für seine Weggefährten aufrecht.
In der klarsichtigen Betrachtung dieses Lebenslaufs begreifen wir was Begriffe wie « sich mit dem Weg in Einklag bringen » oder « den Spuren der alten Meister folgen » bedeuten. Jean’s Praxis, die Unterweisung, dier er in all diesen Jahren erteilte, sind Ausdruck des ewigen Weges, sie fügen sich ein in die immer weitergehende Praxis und die Lehre der Wesen des Erwachens.
Wir müssen dieses Jenseits der Person sehen, um die höchste Dimension des Lebens, unseres Lebens zu verstehen. Friedlich können wir uns von Jean verabschieden, von Mokudo Shôgen, der auf dem Weg des Nirvana weiterschreitet.

 

 


 

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